liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,
die musik ist ja zuweilen mit anstrengung verbunden, insbesonderes wenn es gleich um einen marathon geht. damals überbrachte ein arbeitsrechtlich total ausgebooteter bote die für ihn tödliche nachricht über einen militärischen sieg…
ganz andere rahmenbedingungen herrschten beim musikmarathon2011 in der altkatholischen friedenskirche in essen vor: es ging nicht um krieg, sieg und tod, sondern um kunst. in diesem fall die kunst der improvisierten musik, auch intuitive musik genannt. in essen gibt es dafür kaum geeignetere orte als die altkatholische friedenskirche, direkt neben dem zentrum jüdischer kultur – ehemals alte synagoge – und dem romanisch begründeten dom gelegen.
xenia narati spielte harfe, roland graeter cello, und sang .
im musikmarathon2011 bereist graeter 365 tage lang die republik, um an jedem tag an einem anderen ort mit lokalen musikerinnen und musikern ein konzert zu geben. alle eindrücke dieser jahresreise kommen in einem abschlußkonzert in berlin mit 365 beteiligten zusammen, das in die ferierlichkeiten zum jahreswechsel übergeht.
gestern war also station in essen.
die einzigartige atmosphäre der friedenskirche erlaubt das erleben und darüber zeugnis ablegen eines erneuerten schöpfungsaktes. tatsächlich werden sie die werke nie wieder hören, die da aufgeführt wurden, es sei denn, sie wären selber da gewesen … in etwa so, wie jeder bereits geatmete atemzug niemals wiederkehrt.
feinste klänge von harfe und cello, aprupte aktionen auf dem instrument und um das instrument herum, cello in klassischer und hypermoderner tongebung: alles dabei, was man auch nachts im neue- musik- radio hören könnte: und noch mehr.
die künstler hörten aufeinander. spielten im wortsinne miteinander, und nicht sich gegenseitig an die wand oder irgendeinen ball in ein eckiges oder rundes loch.
graeter besticht überdies durch seinen gewagten und bestens intonierten eigenen gesang, der streckenweise an die melodien des ambrosianischen ritus erinnert: sehr viele ausdruckformen des mittelmeerraumes noch enthaltend, aber sicher eines nicht: römisch.
einige eindrücke sind abgelichtet, allerdings fehlen photos direkt aus dem konzert: das müssen sie schon selber erleben.
falls ihnen die bilder gefallen, achten sie bitte auf den musikmarathon in ihrer umgebung, oder sie besuchen die friedenskirche bei nächster gelegenheit.
m.e.z.











