SHTETL UND DIE SIEBEN PFORTEN

liebe freund*innen der künste,

shtetl eröffnete am 9. april 2017 das kleine und einzig bleibende konzertreihlein „die sieben pforten“ .

inmitten der eigens von jens. j. meyer umgebauten kirche st. joseph am dellplatz in duisburg trafen bedeutende vertreter der religionen und auch weltliche gäste zusammen, um mit einem großen eröffnungsimpuls und sechs vortragskonzerten einige grundlegende dinge zu besprechen, die sich zwischen menschen nun mal ergeben. der psalm 118 und der darin enthaltene ruf : „öffnet mir die tore der gerechtigkeit“ lassen ahnen, wie tief diese unternehmung in die quellen unserer kultur zielte und wie aktuell auch die ältesten worte sein können.

am besten schauen sie einfach den film, den tom briele gedreht hat.

und natürlich würden sie gute musik hören, und gute worte.

m.e.z.

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ERINNERN GEHÖRT DAZU – EINE WANNSEE PARTIE

liebe freund*nnen der künste,

morgen ist wieder ein erinnerungstag. nun gut.

hoffentlich nicht vergessen ist die erinnerung an die wannsee- konferenz, in der die vernichtung der europäischen juden in entspannter atmosphäre genauestens geplant wurde.

a. eichmann berichtete bei seinem prozeß in israel, es sei heiter zugegangen, es sei getrunken worden. und viel gelacht.

dank gilt der kunstkirche bochum, an deren orgel aus den 1930ern  musik entstand.  das sopransaxophonsolo bei weiter tönender orgel am beginn des letzten drittel zitiert ganz sicher absichtlich das lied yerushalaim shel zahav, und es läßt uns erschauern.

so mitten beim erinnern. erst recht am grauenhaften ende.

das gehört dazu.

m.e.z.

link zum anhören: https://hearthis.at/markusemanuelzaja/wannsee-partie/

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EIN KALTER TAG IM JANUAR

liebe freund*innen der künste,

ja, gestern war auch mal wieder so ein jahrestag, eine art dauernd verlängerter jahrzeit, den und die kein mentsch mehr kennt.

am 15. januar 1944 wurden etwa 1000 menschen abtransportiert. aus dem KZ mittelbau/dora bei nordhausen im harz, ins vernichtungslager lublin/maidanek.

die sklaven, die bislang am ausbau der tunnelanlage im kohnsteingebirge zur produktion der v2 raketen und anderer neuester militättechnik gearbeitet hatten, waren zu krank für die weitere arbeit. sie wurden nun endgültig vernichtet.

vormals hieß es bei deportationen, meistens von juden, „in den osten abgeschoben“.

in diesem falle war auch marijan zaja mit auf dem transport. ob er lebend in lublin angekommen ist, wissen wir schon nicht mehr. die abfuhr erfolgte zunächst in offenen lastkraftwagen, erst später in waggons. bei winterlichen temperaturen, ohne effekten, also nur in häftlingskleidung.

es gibt hier keine kommandos, etwa „mützen ab zum gebet“ usw.

ich denke nur nach, und erinnere.

m.e.z.

für die hilfe bei der recherche, die 2014 zu der CD 6032 32513 des duos kzrme führte, danken wir:

dr. regine heubaum, dr. harry stein, oskar mehler und dr. jens christian wagner von den gedenkstätten buchenwald und mittelbau-dora.

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ERNEUTER SPITZENPLATZ FÜR KZRME ZU DEN FESTTAGEN

liebe freund*innen der künste,

das konzertduo kzrme hat erneut einen spitzenplatz in der klassikwertung beim musikstreaming errungen ! zwar waren bach und schostakovitch und händel und einige neue musik klassiker noch geringfügig besser besucht, aber die sache hat methode: es zählt nur qualität !

der renner diesmal war ist die weihnukka cd. selten in vielen jahrzehnten und jahrhunderten fallen dieses jahr, 2016 bzw. 5777 die feste weihnachten und chanukka auf einige gleiche tage.

also überlegten wir, was zu beachten ist, dabei kam heraus …

… eine musik aus sicht des eseleins in der krippe (heudiebstahl)

… eine musik, die dem propheten elijahu außerhalb seiner pessachlichen arbeitszeit nachspürt, bei der etliche gläser wein zu verwalten sind

… eine reparaturanleitung für die weihnachtspfanne, inspiriert von einem gedicht des herrn ringelnatz.

für unerschrockene ohren gibts hier was zu hören. klar ist – wie immer- daß der schönste ton ganz zuletzt kommt.

auf das licht warten dauert ja auch.

m.e.z.

https://hearthis.at/kzrme/003-pfanne-mix-1/

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EINE WEITERE LISTE UND DOPPELTES JUBILÄUM

liebe freund_innen der künste,

in der mitte der letzten woche war es soweit: seit 25 jahren musizieren guido grospietsch und ich selbst zusammen, mal mehr, mal etwas sparsam – vertrocknet, aber ein vierteljahrhundert ist nun: rum.

die neunziger waren tatsächlich noch einfacher für musikanten, jaja auch waren wir jünger. vorbei !

nicht vorbei ist ein anderes erinnern: vor 75 jahren starteten die deportationen der juden nach dem osten, aus gleis 17 des bahnhofs in berlin grunewald.

die von geflüchteten menschen aus dem westen ( ja auch die hugenotten mußten mal schnell abhauen …) und dem osten herstammenden freunde spielten einige werke in der kunstkirche bochum, genau zum datumstag. mitten im aufbau der neuen ausstellung von christoph lammert. danke für die entspannte situation !

die improvisation für stimme, altsaxophon und klarinette über die liste meiner vorfahren soll aus gründen des gedenkens hörbar sein.

noch ein detail: vor dem beginn der deportationen war die ausreise jüdischer deutscher verboten worden. und warum denn nicht mehr vorher „ausreisten“ ? …

…weil kaum ein zielland diese flüchtlinge aufnehmen wollte.

selber lesen: bericht in der jüdischen allgemeinen

die gedenkmusik hören sie hier:

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A Private View

dear friends of the arts,

day 2 of the remembering music for the victims of babyn yar massacre on rosh hashanah 5702 is now online.

it is an audio piece of art to listen to it.

plans have been made to fill up the babin yar ravine to settle some sports fields on the grave after WW II.

in 1961 a big mudslide reopened the site and many remaning bones of the murdered came up to surface again.

please see: en.wikipedia.org/wiki/Babi_Yar

the sounds of the constuctional site are used with license public domain mark 1.0
please see: archive.org/details/aporee_27454_31640

recorded september 29 2016 at the small ravine of a mountain brook called borbecke in the south of essen, germany.

we have covered our faces with a morphed sound.

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