KAISERDOM zu SPEYER INTERNATIONALE MUSIKTAGE SPEYER 2010

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

schon vorbei ist das atembaraubende konzert im dom zu speyer.

im jahre des 950 jährigen weihejubiläums, mitten im neubau der gigantischen hauptorgel, erklang ein feiner dialog zwischen den fast tausendjährigen gesängen des gregorianischen chorals und einem modernen einstimmigen instrument, dem saxophon. eigentlich waren es zwei: ein gerades sopransaxophon, und ein gebogenes, mit jeweils gänzlich unterschiedlicher klangabstrahlung in einem raum von vielen zig metern höhe und hundert++ metern länge: der aber immer harmonisch, unangeberisch und auch der menschen würde gemäß wirkt.

hier gibts mehr über die uralte domkirche der epocher der salier, die europa maßgeblich prägte.

SCS – hä ? SCHOLA CANTORUM SLALISIENSIS heißen die kollegen, die den gregorianischen choral sangen – im konzert : und in der liturgie oft singen.

singen männer sensibel ? ohne heulsusen- syndrom ? ja. im speyerer dom. und anderswo auch.

dazu 1 – nein 2 sopransaxophone- und keine goldene klarinette, beides sind versilberte instrumente.

dazu vor allem der ungeheure raum: vergessen sie die photos, fahren sie selber hin : der ort ist für jede kameralinse grundsätzlich zu groß. das gilt auch für den klang:  riesige räume, zeiten, seltsame mischungen aus alt und neu, alles in einer gegenwärtigen kirche, atemlos gespanntes publikum, und gemeinsame große entspannung im applaus und einer einzigen zugabe.

dabei wurde nicht rumgenudelt: saxophon kann auch unpentatonisch, archaisch gestimt und dennoch – mit der schola – harmonisch sein, die alten kirchentonarten sind eh viel farbenreicher als die neuzeitlichen 2-5-1 klischees einer industriellen harmonik.

und genau das tat allen gut.

der einsatz eines deformiert schallenden mirtigen gitarrenverstärkers verfremdete den saxophonklang auf charmante weise:  der technoide klang kam nicht direkt wieder zu den hörenden zurück, sondern über die gigantischen seitenschiffe, die wie ein hörrohr wirkten. wie ein kuttern, oder ein zirpen unbekannter lebensformen …

nicht jede/r hat an seinem sitzplatz immer alles vollständig  gehört. es war ganz persönlich, und jede erinnerung ist nicht dokumentierbar. auch  die aufnahme zeigt das ereignis lediglich aus einer einzigen position heraus : es waren aber hunderte einzelne, die den dialog der zeitalter erlebt haben.

einzeln, anders, gemeinsam – kirche ? kunst ? 2010 ? oder vor 950 jahren … ?

da geht was. so heißt das im neusprech.

in der bilderfolge sehen sie die annäherung and den ort: mitten im historischen ortskern gesehen wirkt der dom dezent klein: da fehlen aber noch 500 meter. die üblichen kameras haben da probleme mit den bildformaten : zu groß, zu weit weg, schrottige schärfe.  pörsktöwwe !

schockienrend auch der blick  ins seitenschiff, könnte auch ne werft sein für dreimaster, aber dennoch, menschen fühlen sich im dom zu speyer vielleicht überrascht von der größe, aber niemals klein, zurückgesetzt oder weniger wert.

es ist so, als wäre das wichtige in die steine eingbaut worden …

… und als ob es unentwegt zum singen und spielen, zu ostern gar zum tanzen riefe …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

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