DAS PIETA PROJEKT – GETRAGEN IM LEID # der vorabend

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

die probe und pressepräsentation zum pieta projekt von stefan w. knor ist am gestrigen abend im nebeligen aachen mit großer ruhe in die welt gegangen.

ja, es gibt interessenten für derlei sakrale kunst der gegenwart. und das ist nicht nur auch gut so : entschuldigung – das tut gut.

noch ohne strömendes publilkum konnten einige gäste und zufällige besucher in der aachener kirche st. foillan ( direkt beim DOM ) unvergeßliche momente erleben, ein fast leere kirche in der die modernste plastische madonnendarstellung der gegenwart frei über dem boden schwebt – sicherlich mit dezent sichtbaren tragehlfen, denn wir sind ja noch alle hier der erdenschwerkraft unterworfen.

das ginge aber auch anders : stefan w. knor zeigt in seiner plastik “ getragen im leid “ nicht weniger oder mehr als das wunder der mutter christi.

in form einer verkohlten ruine einer religiösen figurendarstellung, die durch die vergoldung und die positionierung vor dem altar der kirche alles ist, nur kein kitsch.

sollte es nach krisen und wahn eine bedeutung hinter diesen symbolen geben – hier beginnt etwas altes – wieder einmal – ganz neu.

die musik mit einem einzigen sopransaxophon wird sich ausführlich diesem klima widmen. kein zufall ist, daß die improvisationen über die antiphon “ deus deus meus, ad te luce vigilo “ ebenso intim wie krass ausfallen werden : das im hintergrund morphende klangsystem wird einige töne sehr bizarr verändern – als sei der ultraklare saxophonklang ebenfalls durch feuer gegangen.

oder als hätten zuhörende ihr innerstes offen – aber nicht zur schau gestellt – erlebt : in die kiste vor dem altar kommen handgeschriebene gedanken und bitten der besucher  hinein, die dann im inneren der pieta ( die hinten eine höhlung hat ) gelagert werden.

wir werden sehen und hören, wie die lange nacht durchwacht wird …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

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