DAS PIETA PROJEKT – GETRAGEN IM LEID # der abend

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

die lange nacht der offenen kirchen in aachen ist zuende, die kollegen bauen die pieta wieder ab … die klangutensilien sind verpackt, die regengüsse des späteren abends sind erfolgreich getrocknet.

das war ein ganz besonderer abend. einige bilder lassen womöglich erahnen, was für tiefste emotionen bewegt wurden, die persönlichen eindrücke sind derart intim , daß man eigentlich nicht darüber berichten muß.

trotz sehr regen besuches der fast 7000 umherwndelnden beschenkten sich die menschen mit großer ruhe, gründlichem horchen – also keineswegs aufgesetzter scheinheiliger un- andacht. es bestand die möglichkeit, gedanken auf zettel zu schreiben und sie in die kiste vor dem altar zu legen – nach einigen stunden war die kiste voll.

es wurden allertiefste emotionen geoffenbart, die in der pieta selbst einen dauerhaften platz finden werden.

der lustige elektrische effekt beim saxophonsolo erwies sich als positiver schock: der klang wurde ähnlich verändert wie das holz der plastik.

wunden, verkohlung, absplitterung – und gelegentlich der klare ton eines sopransaxophons mit historischem mundstück: vokal, nicht sägend, ungeheuer schwer. antike tonarten, sehr großer raum, und das verschwinden des normalen zeitgefühls.

also endlich zeit für wichtiges.

mit akustischen grüßen,

m.e.z.


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