TRIPTYCHON ALAIN #2

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

es ist soweit, heute jährt sich der geburtstag von jehan alain zum 100sten male.

die dramatische lebensgeschichte ist ja bekannt, die exotisch fortschrittlichen ideen längst eingeflossen in das wirken von generationen anderer komponisten, und doch bleibt der blick am meister selbst haften…

also beste zeit für gedenkwerke !

das beispiel unten ist aus der bereits erwähnten skizze hervorgegangen, eine improvisatorische realisierung in drei akten: introduktion, aria und final könnte man die titel nennen, es werden ungeherure klangmassen gewälzt. 32 minuten am stück !

das paßt gut zu der stimmung der jahre vor 1940, dem todesjahr alains, weniger gut in die befindlichkeiten derjenigen, die reproduktives gezwitscher auf der orgel zum tee genießen möchten.

außerdem braucht man zeit: lebenszeit, um in die klangwelten einzutauchen, möglicherweise muß man sowas mehrfach hören, um die architektur zu verfolgen, oder einfach um einige stellen nochmals genießen zu gönnen, zum beispiel in der aria.

die moderne technik machts möglich, etwas was die künstler in den 30er jahren so nicht kannten. man schrieb auf und spielte… allerdings gab es schon das welte- system, mit dem authentische klangspuren an flügeln und orgeln möglich waren, auch alain spielte so etwas ein. man hätte also auch improvisationen gehabt haben können, und eine andere welt, wenn nicht …

und deswegen, wegen diesem unsäglichen wenn nicht, ist das geburtstagsständchen teils sehr düster.

die anderen feinsachen kommen aber noch, wie blumen 100 jahre zu spät, aber wer würde so alte pflanzen bei sich rumstehen haben wollen …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

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