EIN KALTER TAG IM JANUAR

liebe freund*innen der künste,

ja, gestern war auch mal wieder so ein jahrestag, eine art dauernd verlängerter jahrzeit, den und die kein mentsch mehr kennt.

am 15. januar 1944 wurden etwa 1000 menschen abtransportiert. aus dem KZ mittelbau/dora bei nordhausen im harz, ins vernichtungslager lublin/maidanek.

die sklaven, die bislang am ausbau der tunnelanlage im kohnsteingebirge zur produktion der v2 raketen und anderer neuester militättechnik gearbeitet hatten, waren zu krank für die weitere arbeit. sie wurden nun endgültig vernichtet.

vormals hieß es bei deportationen, meistens von juden, „in den osten abgeschoben“.

in diesem falle war auch marijan zaja mit auf dem transport. ob er lebend in lublin angekommen ist, wissen wir schon nicht mehr. die abfuhr erfolgte zunächst in offenen lastkraftwagen, erst später in waggons. bei winterlichen temperaturen, ohne effekten, also nur in häftlingskleidung.

es gibt hier keine kommandos, etwa „mützen ab zum gebet“ usw.

ich denke nur nach, und erinnere.

m.e.z.

für die hilfe bei der recherche, die 2014 zu der CD 6032 32513 des duos kzrme führte, danken wir:

dr. regine heubaum, dr. harry stein, oskar mehler und dr. jens christian wagner von den gedenkstätten buchenwald und mittelbau-dora.

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