EPITAPH JEHAN ALAIN

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

zwar ist erst juni, aber die feierlichkeiten zu ehren von jehan alain gehen hier vorerst zu ende: mit einem epitaph zum todestag, heute, allerdings 1940.

lebt etwas weiter ?

mindestens in diesem falle erinnerungen an die schönste musik des universums, echos, inspirationen, lichter tanz und eleganter klang. alains schwester marie claire alain sollte nicht vergessen werden, und ihr lebenswerk als organistin,  ebensowenig wie odile, die beim klettern in den bergen schon zu lebzeiten jehans tödlich verunglückte.

diese nähe von leben in hülle und fülle und tod ist lebensnormal, vielleicht tröstet es diejenigen, die gerade jetzt um angehörige trauern.

aber: die sache mit dem krieg damals ist extrem nicht normal gewesen, und noch heute wird das ganze ausmaß allein der kulturellen verdunkelung erst langsam erkannt.

davor war es üblich, daß jehan alain gelegentlich als katholischer organist im temple israelite in der rue notre- dame- de- nazareth in paris wirkte…

anstelle eines grabsteines ist etwas musik beigefügt, in schlichten kangfarben.

tanz, kontemplation und pracht und unbeschwerter humor müssen erst vollig neu wieder erlernt werden, und das ist ein großes vermächtnis, derart dazu einzuladen.

immer noch.

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

TRIPTYCHON ALAIN #3d

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

hier nun der vierte teil des dritten teils des jehan alain gewidmeten triptychon. die reise des engels jehan durch das mittelländische meer ist am ende angelangt, es bleibt noch die rettung der töchter der sirenen.

das ist eine wichtige aufgabe, wenn doch schon die sirenen selber verloren sind, die heldischen recken ja sowieso …

am todestag im juni folgt dann der vierte teil des kleinen gedenkzyklus als eine art echo: hatte alains kunst irgendeine auswirkung ? bleibt er ein exot ? einfach noch so ein franzose … also eigentlich gar keine richtige musik ?

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

TRIPTYCHON ALAIN #3c

liebe freunde und freundinnen der akustischen kunst,

weiter gehts mit der reise des engels jehan durch das mittelländische meer

diesmal begegnet der reisende dem abgeschlagenen kopf des orpheus, der noch einige fetzen gesanges verströmend an ihm vorbeitreibt.

sie kennen die geschichte des orpheus ( nicht morpheus … ) nicht ? der wo damals zerstückelt wurde wegen dem tuss aus dem hades ?

so oder ähnlich würde mans heute bringen, aber nicht müssen: die musik lotet ihr fledermausgehör aus, nur feinste pfeifen werden benutzt.

schließlich braucht man ja auf hoher see ein gutes echolot, erst recht als herumtreibender kopf…

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

TRIPTYCHON ALAIN #3b

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

weiter gehts mit der reise des engels jehan durch das mittelländische meer

das zweite stück dieses zyklus ist etwas dramatisch: jehan hilft ben hur auf das floß.

ja, genau: der ben hur, und das floß – der rest ist geschichte.

schönste stelle : ab minute 7´24´´ . das gewoge, die seeschlacht, die manöver und die ollen römer müssen sie sich allerdings beim tagträumen selber denken, hier gehts ja schließlich um kunst ( und was es ausmacht, jemandem in not zu helfen  ) und nicht um billige ägäis-kreuzfahrten.

obwohl, schön wäre es doch – allerdings erst ab dem nächsten teil.

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

TRIPTYCHON ALAIN #3a

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

nachdem das eigentliche geburtstagsständchen ja nun um ist, können wir die dramatik der 30er jahre des 20sten jahrhunderts gerne verlassen und uns wieder der reinen phantasie widmen.

nicht zu unrecht formuliert gerhard stäbler: “ freiheit der phantasie war robert schumanns tiefster schöpfergrund „

das dürfte auch für meinen lieblings – frog, also jehan alain, gelten: oder ziehen sie unfreiheit der phantasie und öde wiederholung immer derselben masche etwa dem abenteuer des selber gelebten – in diesem falle gehörten – lebens vor ?

wohl kaum ! ( hoffe ich mal )

„reise des engels jehan durch das mittelländische meer“ ist der titel des dritten teils des alain triptychons, und zwar in 4 teilen. heute gibts den ersten:

„wie jehan die erste insel umrudert“

was da alles so passieren kann wenn man langsam draufzu rudert, also freundliche annäherung ans eiland darselbst, irgendwelche wasserwirbel, seltsame buchten und felsen, auch mal fiese winde aus falscher richtung … alles sowas und alles was sie selber phantasieren, falls sie sich drauf einlassen.

ansonsten hören sie nämlich nix.

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

TRIPTYCHON ALAIN #2

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

es ist soweit, heute jährt sich der geburtstag von jehan alain zum 100sten male.

die dramatische lebensgeschichte ist ja bekannt, die exotisch fortschrittlichen ideen längst eingeflossen in das wirken von generationen anderer komponisten, und doch bleibt der blick am meister selbst haften…

also beste zeit für gedenkwerke !

das beispiel unten ist aus der bereits erwähnten skizze hervorgegangen, eine improvisatorische realisierung in drei akten: introduktion, aria und final könnte man die titel nennen, es werden ungeherure klangmassen gewälzt. 32 minuten am stück !

das paßt gut zu der stimmung der jahre vor 1940, dem todesjahr alains, weniger gut in die befindlichkeiten derjenigen, die reproduktives gezwitscher auf der orgel zum tee genießen möchten.

außerdem braucht man zeit: lebenszeit, um in die klangwelten einzutauchen, möglicherweise muß man sowas mehrfach hören, um die architektur zu verfolgen, oder einfach um einige stellen nochmals genießen zu gönnen, zum beispiel in der aria.

die moderne technik machts möglich, etwas was die künstler in den 30er jahren so nicht kannten. man schrieb auf und spielte… allerdings gab es schon das welte- system, mit dem authentische klangspuren an flügeln und orgeln möglich waren, auch alain spielte so etwas ein. man hätte also auch improvisationen gehabt haben können, und eine andere welt, wenn nicht …

und deswegen, wegen diesem unsäglichen wenn nicht, ist das geburtstagsständchen teils sehr düster.

die anderen feinsachen kommen aber noch, wie blumen 100 jahre zu spät, aber wer würde so alte pflanzen bei sich rumstehen haben wollen …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

besonderer dank gilt pastor herbert wiemers ( + )

pastor michael janßen

jens-christian vogel

und der pfarrgemeinde st.mariae geburt in mülheim an der ruhr

TRIPTYCHON ALAIN #1

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

in wenigen tagen ist es soweit, es jährt sich zum 100sten male der geburtstag von jehan alain.

alain delon ? nein, jehan alain war organist und komponist, und hätte er im WKII das jahr 1940 überlebt, wäre die musik reicher gewesen.

so bleiben der kleinen fangemeinde, den wenigen experten und harmonischen fachleuten, die frei genug für so etwas ozeanisches sind, einige werke, einige erinnerungen, und vibrationen, schwebungen…

in der jugend studierte ich alain genau, diese dreiklänge sind einzigartig, dachte ich damals – und heute bleibts dabei: es klingt immer noch aufregend.

aus  resten alter ideen entstand in der vorbereitung zum alain jahr eine wirre skizze.  da ich schon immer ein freund der französischen trompeten war, gab es früher natürlich probleme, diesen klang in norddeutschland auch nur ansatzweise zu realisieren. das wurde erst in den letzten monaten hier im westen, da wo die sonne hingeht … besser.

dort oben hat man napoleon noch nicht verziehen… völlig unverständich. aber das ist ein anderes thema.

im jahre der kulturellen hauptstadt  entstand eine realisierung der skizze in reiner improvisation, handregistriert, sowas geht an einem guten spieltisch ( cavaillé – coll style von klais ), klassischer werkaufbau mit rückpositiv, aber genialer verschmelzung…

mit akustischen grüßen

m.e.z.