HYAZINTHENDUFT UND FRÜHLINGSLUST

liebe freund_inn_en der künste,

das leben geht wieder los.

erste vernissage im sechsten jahr der legendären kunstkirche bochum: anne berlit stellt aus.

zum jahresmotto sehnsucht gibt es eine starke aussage: nostalgia ist nicht nur ein schöner titel, es ist licht, duft, und neues leben.

über 2200 blühende hyazinthen schweben in der kunstkirche. sie schauen wie aus himmlischen gefilden zu uns herab nach unten. sie duften. mit ihren sorgsam eingepackten wurzelballen leben sie: die zwiebelgewächse reagieren auf licht, auf sich selbst, auf alle vibrationen, die im raum der kunstkirche spürbar sind.

die menschen, ihre gefühle, ihre sehnsüchte. alles wünschen, konzentriert, konsequent, reich an allen sinnen. endlich.

zur eröffnung etwas musik: ein wunderbares antikes saxophon, spartanische elektronik, die so feine alte orgel…

verzichtlich wie es in der zeit der vorbereitung üblich ist: ja. kein tinnef.

hoffnungsvoll, wie es ebenso tradition ist: ja. es ist so.

friedlich, wie es erträumt ist in der welt: ja. keine kompromisse. am leben.

purer duft.

m.e.z.

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DIE ÜBERGABE

liebe freundinn_en der künste,

wie versprochen kam es kürzlich zur geldübergabe.

der jüdische kindergarten duisburg erhielt die spende, die im zuge der amerikanischen versteigerung  einer direkt-live-konzert-cd in den revierton- studios mit knallharten wetten … „gefläscht“ wurde.

extreme musik, extremes engagement eines urbanen publikums. ruhrgebiet, schmelztiegel europas …

wissen sie noch ? die sache mit der neuen sogenannten „judenzählung“ …

keine zeit konnte besser passen als der beginn des chanukka festes 5775/2014, an dessen letztem tag die christen den heiligen abend feierten. so eine gleichzeitigkeit kommt erst in einigen hundert jahren wieder vor.

am besten schon vorher, also ab jetzt,  mögen die kinder gemeinsam üben, wie es ist, gute lieder zu singen. etwas geld aus bester quelle hilft da womöglich mehr als die summe selbst …

m.e.z.

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EINMAL GEHT NOCH

liebe freund_i_nn_en der künste,

das alte jahr ist um. es kommt ein neues, auch in dieser kalenderrechnung.

zum abschluß noch einmal ein berühmtes weihnachtslied – ganz recht, es ist noch die zeit.

aber welche …

jedenfalls hören sie ein historisches alexandre konzertharmonium, gespielt von christoph lahme, und ein sopransaxophon, mit altem mundstück …

hier hören auf soundcloud

m.e.z.

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FIN DU CIEL #update#

liebe freund_e_innen der künste,

#update: die kunstkirche wird auch 2014 und 2015 weiterhin uneingeschränkt aktiv sein ! #

am 6.10.2013 15 uhr, steinring 34, war es soweit:  in der kunstkirche bochum gabs die vorerst letzte vernissage zu erleben. danach sollte dieses ambitionierte gesamtkunst- projekt der ehemaligen kirche christ könig enden…

irgendwie wird es aber weitergehen. genau wie: lesen sie hier wenns soweit ist!

thomas jessen stellt aus, seine arbeit beschert uns offene kanzeln.  die menschen, die dort nicht herauspredigen, sehen sie in seinen bildern, und ob sie es glauben oder nicht: diese sehen sie wieder, und zurück das ganze …

fin du ciel ist eine alte arbeit, die aber weiterlebt: seltene harmonien, von messiaen und alain streng geschult, geleiteten das zeitweise ende dieses kunstkirchen- himmels. mit monotron, kaossillator, sprache, flöte, klarinette und orgel.

scheint so als wäre das ende nur ein wechsel …

m.e.z.

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ÜBER DAS, WIE KUNST DIE SEELE ATMEN LÄSST

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst und der anderen künste,

theure worthe, würde man so vor 120 jahren ausgerufen haben ob so eines titels !

damals malte man noch von hand, und auch das allseits beliebte saxophon wurde noch nicht elektrisch verstärkt oder gar digitalisiert aufgenommen.

was hat sich nicht alles verändert… teils sogar zum guten, oder wollen sie keine rente ?  fair wäre, wenn die leute in theatern und showbands jeder couleur auch sowas abkrächten vom großen geldkuchen.  gelten doch kunst und kultur , wissen und neugier als zurecht bestes, was dieses land der welt jemals gab …

die anderen „gaben“ sind unsagbar und machen mich, obwohl nicht direkt betroffen, wütend.  und noch heute können sich prominente es leisten, werke bekannterer kollegen, die ebenfalls aus farbigen vierecken bestehen, als nicht zu unserem gesamten und reichen kulturkreis zugehörig zu betiteln.  auch wenn da schönes licht durchfällt.

dabei atmet die seele immer auf, wenn etwas schönes unerwartete qualität hat. und das mit der qualität funktioniert sogar bei unschönen themen, die ja überall lauern…

oder lachten sie selber dauernd in kindheit und jugend, oder später ?

oder ob rudolf v. arnheim recht hat, wenn er postuliert, daß  zitat: kunst die sinnliche wahrnemung reinige und intensiviere ?

das wäre ja mal was:  wenn man müll weg haben wollte, und freiwillig mehr erleben.  ohne immer höhere geschwindigkeit.

mehr hinhören, mehr hinsehen … tun sie das sofort hier gleich unten.

m.e.z.

DAS MÄRCHEN VOM PARABOLISCH HYPERBOLISCH SUPERGESCHWUNGENEN SAXOPHONKORPUS

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

verschwörungstheorien überall, nie ist etwas so, wie es scheint !

ja,  das kann vorkommen, aber deswegen ist nicht immer alles anders.
im falle des wunsches, ein besonders gutes, tolles, teures, einzigartiges und noch nie dagewesenes saxophon zu besitzen – nicht etwa zu spielen – stürzen sich etliche auf das parabolische saxophon, das wegen seiner besonderen verbeulung, besonders toll klänge, bzw. klingen täte. etliche foren bieten etwa alle 10 monate immer neue alte diskussionen zu diesem thema, sogar meinungskriege werden geführt !

moderne konische oder sogar zylindrische instrumente dagegen klängen scheppernd, oder sonstwie abstoßend, nicht jedenfalls wie die alten.

das mag zuteffen – aber wer hatte schon einmal den direkten vergleich ? und das bis in alle unterkomponenten hinein: parabolische mundstücke, lebende blätter, energie transformierende klemmen, alles käuflich erwerbbar.

alles das ist kein märchen! … falls sie üben.

denn das beste saxophon ist immer das, was sie gerade im munde halten, und wehe, da stimmt was nicht mit der anblaskunst…

dann poltern die schwingungen derart heraus wie im schaubild unten.

machen sies wie früher: üben sie, und die töne schwingen auch bei einem viereckigen saxophon elegant aus dem trichter.

und das ist kein märchen !

doof nur:  schön sind die tröten alle …

mit akustischen grüßen

m.e.z.

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ÜBER DIE KUNST DES SCHÖNEREN VIBRIERENS

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

legenden ranken sich ums schöne oder gar korräckte vibrato oder tremolo beim saxophon. man soll dies und jenes machen, es geht nur so und so, oder es soll wie cello sein, weil irgendein komponist das mal angeblich geschrieben hat vor über hundert jahren…

alles quark.

schön wirds, wenn ein sehr maßvolles schwingen des tones um einen genauen kern erreicht wird, was nicht eckig klingt oder riesige zacken im ton macht.

schwingt der ton unter der richtigen tonhöhe klingt es furchtbar,  nagelt es mit unterkieferbewegungen die musik ans notenblatt zurück klingts grauenhaft.

sidney bechet schwirrt zwar mächtig, hat aber immer noblesse und tanzen im ton, und nicht einen auf säge gestellten oszillographen.

also: üben.  sonst klingts einfach zu übel.

m.e.z.