ES IST DOCH ETWAS PERSÖNLICHES #update#

liebe freund_innen der künste,

in einem berühmten film, in dem das st. valentinstag massaker dargestellt wird, fragen in der fiktiven spielhandlung die mordschützen die opfer direkt vor der erschießung mit maschinenpistolen:

wollt ihr euch umdrehen ? es ist nichts persönliches.

nun soll mensch ja nicht immer so willkürlich alles miteinander vergleichen. es gibt nämlich besonderheiten, teils einzigartigkeiten.

dazu gehört das massaker von babi jar/babyn yar bei kiew. ab heute vor 75 jahren. ab heute bedeutet: es dauerte nur ca. 2 tage, um über 33.000 menschen aus kiew und umgebung, fast alle jüdisch, zu töten. in den weiteren kriegsjahren wurden vermutlich 100.000 menschen in dieser schlucht ermordet.

es war der erste tag des jahres 5702 nach dem jüdischen kalender. der neujahrstag…

das duo kzrme hat den an sich wunderschönen klang der instrumente verhüllt. so könnte mensch das alles vielleicht aushalten. vielleicht, beim dran denken.

die opfer am beginn des industrialisierten massenmordes sollen nicht vergessen sein. es wird nichts systemisches katastrophales prophezeit, es wird mit den mitteln der musik nach 75 jahren lediglich erinnert, an alle diese menschen, die in der schlucht starben.

und ja, in diesen tagen kurz vor rosh hashanah 5777: es ist etwas persönliches.

m.e.z.

bj03

 

 

 

 

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AKKORDEONHERBST 2016 NEBST MORITATEN

liebe freund_inn_e_n der künste,

der herbst geht los . der akkordeonherbst. in gelsenkirchen. ruhrgebiet in echt, keine telenovela. mehr so mit menschen, die was erzählen. oy ! so viele sprachen ?

los gehts mit was von hier. ruhrmetropole, der schöne neue titel, damals malocherstadt. herne. und so drum rum. bergbau. jau gelsenkirchen.

und migranten mittendrin. damals recht häufig waren für die arbeit in den zechen die sogenannten ostjuden hergezogen. aus polen undsoweiter, für viele jahre. billige arbeiter. ob sie alle akkordeon spielten ist nicht so wichtig heute. eher, ob sie irgendeine hoffnung hatten, auf eine zukunft.

wir konnten einige namen finden. diese alten wandermentschn können nichts mehr selber sagen. also machen wir das, mit stimme akkordeon und klarinette.

hasenjagd ! … so lauteten etliche schießbefehle im zweiten weltkrieg. ansonsten: abtransport.

zajac, zajonk, zaja, zaionc usw. heißt ganz einfach hase, hasilein, je nach region im osten europas. heute stehen ihre namen auf denkmalen. in herne, und anderswo.

sie wollten arbeiten, womöglich eine familie haben. nicht gejagt werden.

migranten, würden wir heute sagen. alle wegschicken ? ersaufen lassen ?

ja das alles ist sehr herbstlich. allerdings sind die farben der blätter an unseren einheimischen bäumen so wunderbar schön… wir sehen alle rots, brauns, gelbs, grüns und so weiter. wie im richtigen leben…

… und deswegen ist der akkordeonherbst auch so sehr schön: ernst, farbig, warm und freundlich. es wird geholfen. viele machen mit. sogar aus kanada angereist. oder von mehr so hier. das ist ein sehr gutes gefühl.

konzert # 1: norbert zajac singt, markus emanuel zaja spielt klarinette,  ralf kaupenjohann   spielt akkordeon. es gibt sieben und eine moritaten.

steht auch alles bei akkordeonherbst.de.

Programm

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EINE FLIEGERGESCHICHTE

liebe freundi_nnen der künste,

ach das mit dem fliegen läßt mich doch nicht los.

wie es wohl gewesen wäre, zur rechten zeit recht modern geflogen gewesen gehabt zu haben ? eine krasse vorstellung !

daher eine klangliche geschichte. wie walter reisch rauskam, aus dem verfolgungsstaat. wie luftwirbel usw. usf. turbulenzen !

es ist eben kein propagandatext für spätere epochen, flugplattform 1 antwortet nicht, ist ein prätechnischer science fiction film in schwarz weiß. technik war angesagt, distanzen schmolzen dahin …

der textdichter reisch floh rechtzeitig vor den nazis. er träumte – zumindest ein wenig – von futuristischen fortbewegungsmaschinen, den fliegern. als wären sie für alle da.

die sonne über den wolken zu grüßen war damals ein öfters tödliches abenteuer. heute gibts pauschale versicherungen für den flugreise- ausfall …

…und hier eine schöne klanggeschichte für die alten. die uns das fliegen lehrten.

und die jungen …

m.e.z.

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two lifes – remembering feigel and georg

dear friends of the arts,

the picture, taken in october 2015, shows a certain view to the main entrance door at haidgasse 5, vienna. direction to the street, captured while running downstairs quickly.

remembering feigel zajac (1901 – 1942 ?) and her son georg (1938 – 1942 ?), who have been deported to the transitional KZ izbica on april, 9th, 1942, in the morning, out of that door. killed probably later in the KZ sobibor.

m.e.z.

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