SHTETL UND DIE SIEBEN PFORTEN

liebe freund*innen der künste,

shtetl eröffnete am 9. april 2017 das kleine und einzig bleibende konzertreihlein „die sieben pforten“ .

inmitten der eigens von jens. j. meyer umgebauten kirche st. joseph am dellplatz in duisburg trafen bedeutende vertreter der religionen und auch weltliche gäste zusammen, um mit einem großen eröffnungsimpuls und sechs vortragskonzerten einige grundlegende dinge zu besprechen, die sich zwischen menschen nun mal ergeben. der psalm 118 und der darin enthaltene ruf : „öffnet mir die tore der gerechtigkeit“ lassen ahnen, wie tief diese unternehmung in die quellen unserer kultur zielte und wie aktuell auch die ältesten worte sein können.

am besten schauen sie einfach den film, den tom briele gedreht hat.

und natürlich würden sie gute musik hören, und gute worte.

m.e.z.

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ERNEUTER SPITZENPLATZ FÜR KZRME ZU DEN FESTTAGEN

liebe freund*innen der künste,

das konzertduo kzrme hat erneut einen spitzenplatz in der klassikwertung beim musikstreaming errungen ! zwar waren bach und schostakovitch und händel und einige neue musik klassiker noch geringfügig besser besucht, aber die sache hat methode: es zählt nur qualität !

der renner diesmal war ist die weihnukka cd. selten in vielen jahrzehnten und jahrhunderten fallen dieses jahr, 2016 bzw. 5777 die feste weihnachten und chanukka auf einige gleiche tage.

also überlegten wir, was zu beachten ist, dabei kam heraus …

… eine musik aus sicht des eseleins in der krippe (heudiebstahl)

… eine musik, die dem propheten elijahu außerhalb seiner pessachlichen arbeitszeit nachspürt, bei der etliche gläser wein zu verwalten sind

… eine reparaturanleitung für die weihnachtspfanne, inspiriert von einem gedicht des herrn ringelnatz.

für unerschrockene ohren gibts hier was zu hören. klar ist – wie immer- daß der schönste ton ganz zuletzt kommt.

auf das licht warten dauert ja auch.

m.e.z.

https://hearthis.at/kzrme/003-pfanne-mix-1/

promo-shot-1

EINE WEITERE LISTE UND DOPPELTES JUBILÄUM

liebe freund_innen der künste,

in der mitte der letzten woche war es soweit: seit 25 jahren musizieren guido grospietsch und ich selbst zusammen, mal mehr, mal etwas sparsam – vertrocknet, aber ein vierteljahrhundert ist nun: rum.

die neunziger waren tatsächlich noch einfacher für musikanten, jaja auch waren wir jünger. vorbei !

nicht vorbei ist ein anderes erinnern: vor 75 jahren starteten die deportationen der juden nach dem osten, aus gleis 17 des bahnhofs in berlin grunewald.

die von geflüchteten menschen aus dem westen ( ja auch die hugenotten mußten mal schnell abhauen …) und dem osten herstammenden freunde spielten einige werke in der kunstkirche bochum, genau zum datumstag. mitten im aufbau der neuen ausstellung von christoph lammert. danke für die entspannte situation !

die improvisation für stimme, altsaxophon und klarinette über die liste meiner vorfahren soll aus gründen des gedenkens hörbar sein.

noch ein detail: vor dem beginn der deportationen war die ausreise jüdischer deutscher verboten worden. und warum denn nicht mehr vorher „ausreisten“ ? …

…weil kaum ein zielland diese flüchtlinge aufnehmen wollte.

selber lesen: bericht in der jüdischen allgemeinen

die gedenkmusik hören sie hier:

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A Private View

dear friends of the arts,

day 2 of the remembering music for the victims of babyn yar massacre on rosh hashanah 5702 is now online.

it is an audio piece of art to listen to it.

plans have been made to fill up the babin yar ravine to settle some sports fields on the grave after WW II.

in 1961 a big mudslide reopened the site and many remaning bones of the murdered came up to surface again.

please see: en.wikipedia.org/wiki/Babi_Yar

the sounds of the constuctional site are used with license public domain mark 1.0
please see: archive.org/details/aporee_27454_31640

recorded september 29 2016 at the small ravine of a mountain brook called borbecke in the south of essen, germany.

we have covered our faces with a morphed sound.

bj04

CHURCH MEETS SYNAGOGUE + kzrme 6032 32513

liebe freundin_en der künste,

ein ganz besonderes konzert gilt es am 1. november zu erleben, um 19 uhr, in der pfarrkirche st.mariae geburt in mülheim an der ruhr. dort finden gerade die diesjährigen orgeltage statt.

es ist eine zeit der begegnungen, und das bedeutet nicht, daß sich menschen als gegner_innen ansehen, sondern daß sie sich betrachten, aufeinander hören, und lauschen. das wär doch mal was.

also los: irith gabriely spielt klarinette, und hans- joachim dumeier orgel. sie präsentieren im konzert musik aus der jüdischen und aus der christlichen welt, teils unbekannte kunstwerke, eines schöner als das andere. es ist eine gute tat: der reichtum einer epoche, die wir als vergangenheit kennen, wird uns neu geschenkt. ist wieder lebendig.

und weiter: markus emanuel zaja spielt klarinette, und ralf kaupenjohann akkordeon, also zungenorgel. sie präsentieren als duo kzrme im konzert improvisierte musik, die auf sehr persönlichen forschungsergebnissen zur shoah beruht. und auf den erkenntnissen, wie eine familie über jahrhunderte bereits aus europa auswanderte, um der verfolgung zu entgehen. nicht alle haben es geschafft.

daher die seltsamen zahlen: es sind die häftlingsnummern eines erst seit wenigen jahren in alten akten wiedergefundenen vorfahren.

harter tobak: ja. und gute musik.

das gilt für beide duos: nur echt in echt.

die orgeltage in mülheim. bis sonntag.

m.e.z.

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KZRME

liebe freund_innen der künste,

kzrme logo klein

 

ist der name eines außergewöhnlichen duos. es tönen akkordeon und klarinette. gemeinsam und mal entgegengesetzt, so wie es im richtigen leben auch ist.

wie so was zusammenkommt ist nur in den augen der übelsten materialisten reiner zufall.

tatsächlich sind die wirkungsmechanismen der feinen geister subtiler: nachdem sich leute jahrelang nicht sahen, klappt die sache dann doch. ralf kaupenjohann, hier eher bekannt mit seinem ensemble DRAj, und markus emanuel zaja, drei jahrgänge unterwegs mit der legendären trinkhallen tour ruhr, wollten schon immer mal und telefonierten viel mit ihren anrufbeantwortern … und dann paßte es plötzlich.

mit den zungen reden ist nicht nur ziemlich pfingstlich, der wind weht auch durch die instrumente: zungenorgel, auch akkordeon genannt, und immerhin druckbetriebene klarinetten und saxophone lassen selbst die älteste notenspur in ganz neuem ton erklingen. die beiden kunstgestalten decken den europäischen siedlungsraum seit der römerzeit ab.

stammt der eine stolz aus den schönsten auen der ruhrmetropole, blickt der andere auf viele jahrhunderte polnisch-galizischer ahnen zurück. so empfängt der ureinwohner den migranten mit starkem ton und erntet zarten schall.

konzept und plan: dies sei der zukunft widerhall …

aktuelle CD aus dem zyklus „mijn levensreis“: 6032 32513

hörbeispiel „shtetl“: hier klicken.

wir danken sven thielmann für das foto.

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