ÜBER DAS, WIE KUNST DIE SEELE ATMEN LÄSST

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst und der anderen künste,

theure worthe, würde man so vor 120 jahren ausgerufen haben ob so eines titels !

damals malte man noch von hand, und auch das allseits beliebte saxophon wurde noch nicht elektrisch verstärkt oder gar digitalisiert aufgenommen.

was hat sich nicht alles verändert… teils sogar zum guten, oder wollen sie keine rente ?  fair wäre, wenn die leute in theatern und showbands jeder couleur auch sowas abkrächten vom großen geldkuchen.  gelten doch kunst und kultur , wissen und neugier als zurecht bestes, was dieses land der welt jemals gab …

die anderen „gaben“ sind unsagbar und machen mich, obwohl nicht direkt betroffen, wütend.  und noch heute können sich prominente es leisten, werke bekannterer kollegen, die ebenfalls aus farbigen vierecken bestehen, als nicht zu unserem gesamten und reichen kulturkreis zugehörig zu betiteln.  auch wenn da schönes licht durchfällt.

dabei atmet die seele immer auf, wenn etwas schönes unerwartete qualität hat. und das mit der qualität funktioniert sogar bei unschönen themen, die ja überall lauern…

oder lachten sie selber dauernd in kindheit und jugend, oder später ?

oder ob rudolf v. arnheim recht hat, wenn er postuliert, daß  zitat: kunst die sinnliche wahrnemung reinige und intensiviere ?

das wäre ja mal was:  wenn man müll weg haben wollte, und freiwillig mehr erleben.  ohne immer höhere geschwindigkeit.

mehr hinhören, mehr hinsehen … tun sie das sofort hier gleich unten.

m.e.z.

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Literaturgottesdienst in der Salvatorkirche

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

frisch zurück aus duisburg sollen ihnen einige eindrücke aus der salvatorkirche nicht verborgen bleiben. der heutige literaturgottesdienst beschäftigte sich mit dem buch die erstaunliche geschichte das max tivoli von andew sean greer.

das team der salvatorkirche hatte den abend unter das motto gestellt: jeder von uns ist die liebe im leben eines anderen.

berühmte und weniger berühmte melodien aus der epoche der amerikansichen musical- und jazzwelt erklangen auf den historischen grassi saxophonen, begleitet von neuzeitlichen elektro-beats aus dem kaossillator.

das dürfte die erste verwendung dieses rhythmus-machgerätes in einer gültigen christlichen liturgie gewesen sein …

von wegen alles nur alte kamellen.

damit ist die frühjahrs trienole der akustischen kunst abgeschlossen: sie wissen, jetzt kommt karneval und dann die osterferien – oder ?

mit akustischen grüßen,

m.e.z.


DAS PIETA PROJEKT – GETRAGEN IM LEID # der abend

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

die lange nacht der offenen kirchen in aachen ist zuende, die kollegen bauen die pieta wieder ab … die klangutensilien sind verpackt, die regengüsse des späteren abends sind erfolgreich getrocknet.

das war ein ganz besonderer abend. einige bilder lassen womöglich erahnen, was für tiefste emotionen bewegt wurden, die persönlichen eindrücke sind derart intim , daß man eigentlich nicht darüber berichten muß.

trotz sehr regen besuches der fast 7000 umherwndelnden beschenkten sich die menschen mit großer ruhe, gründlichem horchen – also keineswegs aufgesetzter scheinheiliger un- andacht. es bestand die möglichkeit, gedanken auf zettel zu schreiben und sie in die kiste vor dem altar zu legen – nach einigen stunden war die kiste voll.

es wurden allertiefste emotionen geoffenbart, die in der pieta selbst einen dauerhaften platz finden werden.

der lustige elektrische effekt beim saxophonsolo erwies sich als positiver schock: der klang wurde ähnlich verändert wie das holz der plastik.

wunden, verkohlung, absplitterung – und gelegentlich der klare ton eines sopransaxophons mit historischem mundstück: vokal, nicht sägend, ungeheuer schwer. antike tonarten, sehr großer raum, und das verschwinden des normalen zeitgefühls.

also endlich zeit für wichtiges.

mit akustischen grüßen,

m.e.z.


KAISERDOM zu SPEYER BIG BROTHER´s VIEW

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

wenn man einen big brother, also einen großen bruder hat, kann das auch vorteile haben !

in meinem falle heißt der: benedikt  zaja und ist photograph. enkelschüler von otto steinert, der die folkwang schule mit prägte.

die fottos aus der digitalen mini quetsche sind natürlich nicht des lichtbildners technischer traum, sondern eher ein alptraum: keine manuelle einstellung, die schnell genug wäre dank unsichtbarer minitasten – falls überhaupt vorhanden – und es wurde zudem auf das anblitzen mit dem „traktorstrahl“ , also der infraroten entfernungsmessung verzichtet.

der große bruder denkt eben doch mit: trifft den wandernden musiker so ein strahl ins auge, ist das zwar optisch sensationell, für die konzentration aber desaströs ! big brother = guter mann ! ( in diesem falle ) …

allenfalls ahnbar ist die wirkung des konzertes in diesem riesigen raum.

aber alles tontechnische gedingse ist angesichts des gigantischen objektes und der themen, die da behandelt werden vergeblich- ja:  schön klingt es, aber das geschehen war doch von ganz anderer art.

gehen sie mal in den dom, wenn sie in speyer sind – die SCS ist da öfter zu hören – und vielleicht hören und sehen wir uns da ja …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

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KAISERDOM zu SPEYER INTERNATIONALE MUSIKTAGE SPEYER 2010

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

schon vorbei ist das atembaraubende konzert im dom zu speyer.

im jahre des 950 jährigen weihejubiläums, mitten im neubau der gigantischen hauptorgel, erklang ein feiner dialog zwischen den fast tausendjährigen gesängen des gregorianischen chorals und einem modernen einstimmigen instrument, dem saxophon. eigentlich waren es zwei: ein gerades sopransaxophon, und ein gebogenes, mit jeweils gänzlich unterschiedlicher klangabstrahlung in einem raum von vielen zig metern höhe und hundert++ metern länge: der aber immer harmonisch, unangeberisch und auch der menschen würde gemäß wirkt.

hier gibts mehr über die uralte domkirche der epocher der salier, die europa maßgeblich prägte.

SCS – hä ? SCHOLA CANTORUM SLALISIENSIS heißen die kollegen, die den gregorianischen choral sangen – im konzert : und in der liturgie oft singen.

singen männer sensibel ? ohne heulsusen- syndrom ? ja. im speyerer dom. und anderswo auch.

dazu 1 – nein 2 sopransaxophone- und keine goldene klarinette, beides sind versilberte instrumente.

dazu vor allem der ungeheure raum: vergessen sie die photos, fahren sie selber hin : der ort ist für jede kameralinse grundsätzlich zu groß. das gilt auch für den klang:  riesige räume, zeiten, seltsame mischungen aus alt und neu, alles in einer gegenwärtigen kirche, atemlos gespanntes publikum, und gemeinsame große entspannung im applaus und einer einzigen zugabe.

dabei wurde nicht rumgenudelt: saxophon kann auch unpentatonisch, archaisch gestimt und dennoch – mit der schola – harmonisch sein, die alten kirchentonarten sind eh viel farbenreicher als die neuzeitlichen 2-5-1 klischees einer industriellen harmonik.

und genau das tat allen gut.

der einsatz eines deformiert schallenden mirtigen gitarrenverstärkers verfremdete den saxophonklang auf charmante weise:  der technoide klang kam nicht direkt wieder zu den hörenden zurück, sondern über die gigantischen seitenschiffe, die wie ein hörrohr wirkten. wie ein kuttern, oder ein zirpen unbekannter lebensformen …

nicht jede/r hat an seinem sitzplatz immer alles vollständig  gehört. es war ganz persönlich, und jede erinnerung ist nicht dokumentierbar. auch  die aufnahme zeigt das ereignis lediglich aus einer einzigen position heraus : es waren aber hunderte einzelne, die den dialog der zeitalter erlebt haben.

einzeln, anders, gemeinsam – kirche ? kunst ? 2010 ? oder vor 950 jahren … ?

da geht was. so heißt das im neusprech.

in der bilderfolge sehen sie die annäherung and den ort: mitten im historischen ortskern gesehen wirkt der dom dezent klein: da fehlen aber noch 500 meter. die üblichen kameras haben da probleme mit den bildformaten : zu groß, zu weit weg, schrottige schärfe.  pörsktöwwe !

schockienrend auch der blick  ins seitenschiff, könnte auch ne werft sein für dreimaster, aber dennoch, menschen fühlen sich im dom zu speyer vielleicht überrascht von der größe, aber niemals klein, zurückgesetzt oder weniger wert.

es ist so, als wäre das wichtige in die steine eingbaut worden …

… und als ob es unentwegt zum singen und spielen, zu ostern gar zum tanzen riefe …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

ENGLISH BIOGRAPHY # update

dear frieds of artistry in sound,

this old link is still working:  http://www.jazz.com/encyclopedia/zaja-markus-emanuel and gives you the basic biography.

renewed english biography can be read here: markus emanuel zaja

liebe freundinnen und feunde der akustischen kunst,

aus uralten links ist eine biographie  wieder ans tageslicht gekommem, die doch interessante dinge enthält.

daß ich wieder mal was mit den platonischen körpern machen sollte fällt mir siedend heiß ein, und ich könnte mal an jazz.com ein update schicken. ist immerhin DIE sammlung aktiver jazzmusiker und jazzmusikerinnen weltweit .

schließlich sind die jahre schnell ins land gegangen …

kennen sie den effekt auch ?

mit akustischen grüßen,

m.e.z.


innenOHRraum auf der EXTRASCHICHT 2010 *video UPDATE*

liebe freundinnen und reunde der akustischen kunst,

der innenOHRraum ist eine feine sache. stellen sie sich vor sie würden in einen abgewrackten raum gehen, wo es leider nichts schickes zu sehen gibt, und auch nichts zu futtern. also nichts.

und dann hören sie plötzlich was, eine seltsame klangreise die im leeren raum plötzlich bis in ihr innerstes führt: ein märchen – aber für jeden anders…

wegen des großen erfolges bei der extraschicht 2010 in dinslaken ( mehrstündige performance ) und auch einfach so wird das projekt fortgeführt und weiter verfeinert !

axel schlichte, gitarren und programmig, und ich selbst mit diversen tröten und frisch gefangenen originaltönen kümmern uns darum.

das videobeispiel ist nett: kommen und in das eigene innenohr kriechen müssen sie allerdings höchstpersönlich !

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

 

beide künstler sind NICHT mitglied einer urheberrechtsverwertungsgesellschaft.