DAS MÄRCHEN VOM PARABOLISCH HYPERBOLISCH SUPERGESCHWUNGENEN SAXOPHONKORPUS

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

verschwörungstheorien überall, nie ist etwas so, wie es scheint !

ja,  das kann vorkommen, aber deswegen ist nicht immer alles anders.
im falle des wunsches, ein besonders gutes, tolles, teures, einzigartiges und noch nie dagewesenes saxophon zu besitzen – nicht etwa zu spielen – stürzen sich etliche auf das parabolische saxophon, das wegen seiner besonderen verbeulung, besonders toll klänge, bzw. klingen täte. etliche foren bieten etwa alle 10 monate immer neue alte diskussionen zu diesem thema, sogar meinungskriege werden geführt !

moderne konische oder sogar zylindrische instrumente dagegen klängen scheppernd, oder sonstwie abstoßend, nicht jedenfalls wie die alten.

das mag zuteffen – aber wer hatte schon einmal den direkten vergleich ? und das bis in alle unterkomponenten hinein: parabolische mundstücke, lebende blätter, energie transformierende klemmen, alles käuflich erwerbbar.

alles das ist kein märchen! … falls sie üben.

denn das beste saxophon ist immer das, was sie gerade im munde halten, und wehe, da stimmt was nicht mit der anblaskunst…

dann poltern die schwingungen derart heraus wie im schaubild unten.

machen sies wie früher: üben sie, und die töne schwingen auch bei einem viereckigen saxophon elegant aus dem trichter.

und das ist kein märchen !

doof nur:  schön sind die tröten alle …

mit akustischen grüßen

m.e.z.

saxophysik2

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DAS PIETA PROJEKT – GETRAGEN IM LEID # der abend

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

die lange nacht der offenen kirchen in aachen ist zuende, die kollegen bauen die pieta wieder ab … die klangutensilien sind verpackt, die regengüsse des späteren abends sind erfolgreich getrocknet.

das war ein ganz besonderer abend. einige bilder lassen womöglich erahnen, was für tiefste emotionen bewegt wurden, die persönlichen eindrücke sind derart intim , daß man eigentlich nicht darüber berichten muß.

trotz sehr regen besuches der fast 7000 umherwndelnden beschenkten sich die menschen mit großer ruhe, gründlichem horchen – also keineswegs aufgesetzter scheinheiliger un- andacht. es bestand die möglichkeit, gedanken auf zettel zu schreiben und sie in die kiste vor dem altar zu legen – nach einigen stunden war die kiste voll.

es wurden allertiefste emotionen geoffenbart, die in der pieta selbst einen dauerhaften platz finden werden.

der lustige elektrische effekt beim saxophonsolo erwies sich als positiver schock: der klang wurde ähnlich verändert wie das holz der plastik.

wunden, verkohlung, absplitterung – und gelegentlich der klare ton eines sopransaxophons mit historischem mundstück: vokal, nicht sägend, ungeheuer schwer. antike tonarten, sehr großer raum, und das verschwinden des normalen zeitgefühls.

also endlich zeit für wichtiges.

mit akustischen grüßen,

m.e.z.


DAS PIETA PROJEKT – GETRAGEN IM LEID # der vorabend

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

die probe und pressepräsentation zum pieta projekt von stefan w. knor ist am gestrigen abend im nebeligen aachen mit großer ruhe in die welt gegangen.

ja, es gibt interessenten für derlei sakrale kunst der gegenwart. und das ist nicht nur auch gut so : entschuldigung – das tut gut.

noch ohne strömendes publilkum konnten einige gäste und zufällige besucher in der aachener kirche st. foillan ( direkt beim DOM ) unvergeßliche momente erleben, ein fast leere kirche in der die modernste plastische madonnendarstellung der gegenwart frei über dem boden schwebt – sicherlich mit dezent sichtbaren tragehlfen, denn wir sind ja noch alle hier der erdenschwerkraft unterworfen.

das ginge aber auch anders : stefan w. knor zeigt in seiner plastik “ getragen im leid “ nicht weniger oder mehr als das wunder der mutter christi.

in form einer verkohlten ruine einer religiösen figurendarstellung, die durch die vergoldung und die positionierung vor dem altar der kirche alles ist, nur kein kitsch.

sollte es nach krisen und wahn eine bedeutung hinter diesen symbolen geben – hier beginnt etwas altes – wieder einmal – ganz neu.

die musik mit einem einzigen sopransaxophon wird sich ausführlich diesem klima widmen. kein zufall ist, daß die improvisationen über die antiphon “ deus deus meus, ad te luce vigilo “ ebenso intim wie krass ausfallen werden : das im hintergrund morphende klangsystem wird einige töne sehr bizarr verändern – als sei der ultraklare saxophonklang ebenfalls durch feuer gegangen.

oder als hätten zuhörende ihr innerstes offen – aber nicht zur schau gestellt – erlebt : in die kiste vor dem altar kommen handgeschriebene gedanken und bitten der besucher  hinein, die dann im inneren der pieta ( die hinten eine höhlung hat ) gelagert werden.

wir werden sehen und hören, wie die lange nacht durchwacht wird …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

KAISERDOM zu SPEYER BIG BROTHER´s VIEW

liebe freundinnen und freunde der akustischen kunst,

wenn man einen big brother, also einen großen bruder hat, kann das auch vorteile haben !

in meinem falle heißt der: benedikt  zaja und ist photograph. enkelschüler von otto steinert, der die folkwang schule mit prägte.

die fottos aus der digitalen mini quetsche sind natürlich nicht des lichtbildners technischer traum, sondern eher ein alptraum: keine manuelle einstellung, die schnell genug wäre dank unsichtbarer minitasten – falls überhaupt vorhanden – und es wurde zudem auf das anblitzen mit dem „traktorstrahl“ , also der infraroten entfernungsmessung verzichtet.

der große bruder denkt eben doch mit: trifft den wandernden musiker so ein strahl ins auge, ist das zwar optisch sensationell, für die konzentration aber desaströs ! big brother = guter mann ! ( in diesem falle ) …

allenfalls ahnbar ist die wirkung des konzertes in diesem riesigen raum.

aber alles tontechnische gedingse ist angesichts des gigantischen objektes und der themen, die da behandelt werden vergeblich- ja:  schön klingt es, aber das geschehen war doch von ganz anderer art.

gehen sie mal in den dom, wenn sie in speyer sind – die SCS ist da öfter zu hören – und vielleicht hören und sehen wir uns da ja …

mit akustischen grüßen,

m.e.z.

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